Der Steuerberater als Coach

Dr. Hans Jürgen Groß
Zukunft gestalten: WEG- und Wandlungsbegleitung
Dr. Hans Jürgen Groß
Zukunft gestalten: WEG- und Wandlungsbegleitung
Direkt zum Seiteninhalt

Der Steuerberater als Coach

Dr. Gross INFO
Veröffentlicht von Jürgen Groß in aus der Praxis · 25 Juni 2007
Tags: CoachingSteuerberaterCoach
Der Beruf der Steuerberaterin / des Steuerberaters steht in einer langen Tradition beratender Berufe die weit in die Vergangenheit reichen. Bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung gab es Redner, Schreiber, Helfer und Berater. Mit der Reichsabgabenordnung von 1919 begann die Entwicklung des Berufstandes der Steuerberater in Deutschland. In all den Jahren war der Beruf zahlreichen inhaltlichen und rechtlichen Änderungen unterworfen. Dies wird allein an der Nennung der mit der Steuerberatung eng verbundenen Berufsbezeichnungen „Helfer in Steuersachen“, „Steuerbevollmächtigter“ oder „Buchführungshelfer“ deutlich. Auch die Entwicklung der mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbarten Tätigkeiten zeigt die Dynamik der Entwicklung des Berufstandes. Als jüngstes Beispiel sei hier das Tätigwerden des Steuerberaters als Mediator genannt. Um so überraschender scheint es, das der Begriff „Coaching“ erst in den heutigen Tagen, zaghaft im Zusammenhang mit dem Beruf des Steuerberater genannt wird. In Österreich konnte die namentliche Nennung von Steuerberatung, Mediation und Coaching bereits vor Jahren beobachtet werden.

1. Begriff
Das Wort „Coach“ stammt aus der englischen Sprache und bedeutet dort Kutsche. Dieser Begriff beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem an einen anderen Ort zu gelangen; im weitesten Sinn mit einem „Reisedienst“ vergleichbar. Als erstes tauchte der „Coach“ im Bereich des Sportes auf. Dort ist ein Coach nicht nur Trainer der sportliche Fertigkeiten vermittelt, sondern ein Begleiter, Motivator, Förderer, Seelsorger usw.. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre benutzen Berater den Begriff Coaching für ihre Arbeit, um diese von anderen Formen der Fachberatung, des Trainings oder der Psychotherapie abzugrenzen.Das Wort „Coach“ stammt aus der englischen Sprache und bedeutet dort Kutsche. Dieser Begriff beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem an einen anderen Ort zu gelangen; im weitesten Sinn mit einem „Reisedienst“ vergleichbar. Als erstes tauchte der „Coach“ im Bereich des Sportes auf. Dort ist ein Coach nicht nur Trainer der sportliche Fertigkeiten vermittelt, sondern ein Begleiter, Motivator, Förderer, Seelsorger usw.. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre benutzen Berater den Begriff Coaching für ihre Arbeit, um diese von anderen Formen der Fachberatung, des Trainings oder der Psychotherapie abzugrenzen. Coaching ist somit keine eigenständige Tätigkeit, wie etwa die Mediation, sondern eine besondere Form von Beratung und Beratungsverständnis. Um so überraschender erscheint es, das Steuerberater als traditionell, wirtschaftlicher Beratungsberuf das Coaching erst heute für sich entdecken.Coaching ist ein zielgerichteter Prozess zur Lösung von Problemen, die zumeist das Wirtschafts- und Arbeitsleben betreffen. Basis hierfür ist eine durch gegenseitiges Vertrauen und Freiwilligkeit gekennzeichnete, interaktive Beratungsbeziehung. Der Coach als “neutraler Berater“ wirkt durch seine Perspektive “von außen” der gefürchteten“ Betriebsblindheit” entgegen, gibt Feedback und fördert die Selbstwahrnehmung und -reflexion sowie die Eigenverantwortung des Klienten.Coaching bedient sich dabei kommunikativer und psychologischer Fertigkeiten und unterstützt so die (Wieder-) Entdeckung der eigenen Handlungskompetenz, versteht sich als Begleitung auf dem Wege der Weiterentwicklung und der Persönlichkeitsentfaltung. Ziel ist dabei immer die Wiederherstellung bzw. die Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeit des Klienten/Mandanten (Selbstmanagement).Weiter kann Coaching nicht als Synonym für Beratung gesehen werden, sondern zeichnet sich durch besondere Charakteristika aus, die in den letzten Jahren entwickelt wurden : [1]

Coaching ist ein interaktiver, personenzentrierter Beratungs- und Begleitungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann. Im Vordergrund steht die berufliche Rolle bzw. das damit zusammenhängende aktuelle Anliegen des Klienten/Mandanten

Coaching ist individuelle Beratung auf der Prozessebene, d.h. der Coach liefert keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den Klienten/Mandanten und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwickelt werden können.

Coaching findet auf der Basis einer tragfähigen und durch gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen gekennzeichneten, freiwillig gewünschten Coachingbeziehung statt, d.h. der Klient/Mandant geht das Coaching freiwillig ein und der Coach sieht sich nicht in einer wissenden / überlegenen Position.

Coaching zielt immer auf eine Förderung von Selbstwahrnehmung und Verantwortung ab, um so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Coaching setzt ein ausgearbeitetes Coaching-Konzept voraus, welches das Vorgehen des Coachs erklärt und den Rahmen dafür festlegt, welche Interventionen und Methoden der Coach verwendet, wie angestrebte Prozesse ablaufen können und welche Wirkzusammenhänge zu berücksichtigen sind. Über den Coachingprozess wird eine Dokumentation geführt.

Coaching findet in einer, in der Regel aber in mehreren Sitzungen statt. Es ist zeitlich begrenzt; der Rahmen wird von den beteiligten Personen im Vorfeld abgestimmt.

Coaching wird praktiziert durch Beraterinnen und Berater mit betriebswirtschaftlichen, psychologischen und kommunikativen Kenntnissen sowie praktischer Erfahrung bezüglich der Anliegen des oder der Gecoachten.

Ziel ist immer die Verbesserung der Handlungsfähigkeit des Gecoachten. Der Coach arbeitet daher darauf hin, dass er letztendlich nicht mehr benötigt wird.

Der Coach arbeitet im Rahmen zuvor vereinbarter “Spielregeln”

Coaching ist kein einseitiger, nur vom Coach ausgehender Prozess, sondern hat einen interaktiven Verlauf. Der Coach greift nicht aktiv in das Geschehen ein, in dem er dem eine Aufgabe abnimmt; sondern er berät ihn, wie er diese selber lösen kann. Dabei drängt der Coach dem Gecoachten nicht seine eigenen Ideen und Meinungen auf, sondern nimmt eine unabhängige Position ein.

2. Verlauf von Coachingprozessen
Vor Beginn des Coachings werden in einem Erstgespräch zunächst das Anliegen und die Erwartungen des Klienten/Mandanten erörtert.Der Coach gibt Informationen über Möglichkeiten und Grenzen seines Angebots. Wenn für das vorgebrachte Anliegen ein Coaching sinnvoll erscheint, werden die formalen Bedingungen geklärt und die “Spielregeln” für die weitere Zusammenarbeit festgelegt. Darauf hin wird in einer “Ist-Analyse” die Ausgangslage beleuchtet und zu erreichende Ziele formuliert, die in den folgenden Sitzungen schrittweise erarbeitet werden. Der Prozess endet, wenn der Klient seine Selbstregulationsfähigkeiten und Kompetenzen so weit entwickelt hat, dass er berufliche Anforderungen und Krisen eigenständig bewältigt.

3. Ziele und Ergebnisse
Die konkreten Ziele des Coachings sind so vielfältig wie die Menschen, die es in Anspruch nehmen. Sie lassen sich oft schon aus dem vorgebrachten Anlass ableiten. Mitunter ergeben sich klar umrissene Zielformulierungen auch erst aus dem Verlauf des Prozesses.Im Coachingprozess ist es der Klient selbst, der seine Ziele in einem aktiven Gestaltungsprozess entwickelt. Das heißt, Coaching beinhaltet immer auch Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Basis einer gemeinsamen Analyse bestehender Schwierigkeiten wird der Klient darin gefördert individuelle, selbstbestimmte Problemlösungen zu finden und seinen beruflichen wie auch privaten Handlungsspielraum zu erweitern.Die konkreten Ziele des Coachings sind so vielfältig wie die Menschen, die es in Anspruch nehmen. Sie lassen sich oft schon aus dem vorgebrachten Anlass ableiten. Mitunter ergeben sich klar umrissene Zielformulierungen auch erst aus dem Verlauf des Prozesses.Im Coachingprozess ist es der Klient selbst, der seine Ziele in einem aktiven Gestaltungsprozess entwickelt. Das heißt, Coaching beinhaltet immer auch Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Basis einer gemeinsamen Analyse bestehender Schwierigkeiten wird der Klient darin gefördert individuelle, selbstbestimmte Problemlösungen zu finden und seinen beruflichen wie auch privaten Handlungsspielraum zu erweitern.

Zielgruppen können u.a. sein :
~ Führungskräfte
~ Freiberufler
~ Projektleiter
~ Berufsanfänger
~ Manager
~ Existenzgründer
~ mittelständische Unternehmer
~ Abteilungsleiter
~ Geschäftsführer

Anlässe können z.B. sein :
~ Erweiterung von Führungs- und Sozialkompetenz
~ Fehlendes Feedback
~ Zielfindung – Zielorientierung
~ Existenzgründerbegleitung
~ Begleitung in Krisensituationen
~ Karriereplanung und -reflexion
~ Arbeitsunzufriedenheit
~ betriebliche Veränderungen
~ Konflikte mit Mitarbeitern
~ Lebenskrise mit Auswirkung auf die betriebliche Situation
~ berufliche Neuorientierung
~ Unternehmensnachfolge
~ Klärung von Prioritäten
~ Klärung in Fragen wie : „was steckt wirklich in mir ?“ „wie will ich leben, arbeiten und wirtschaften“

4. Was ist der Unterschied von Coaching und Beratung?
In der Beratung weiß der Berater das, was der Klient nicht weiß. Der Klient schildert sein Problem, der Berater präsentiert eine Lösung. Diese Lösung entspricht oft dem Verständnis und Weltbild des Beraters. So gibt es sehr viele gute Beratungskonzepte, die nie in die Tat umgesetzt werden, oder scheitern, da sie letztendlich nicht auf den Klienten abgestimmt waren. Der Coach geht davon aus, dass der Klient die für ihn beste Lösung selber weiß bzw. entwickeln kann. Der Coach hilft dem Klienten bei dieser Entwicklung. Die Lösung des Problems, die durch ein Coaching entsteht, entspricht voll und ganz dem Klienten und ist für diese nach seinem Selbstverständnis umsetzbar. Hierdurch entwickelt sich eine besondere Motivation, welche die Umsetzung des angestrebten Zielerreichung möglicher und erfolgreicher macht. Für den Berater bringt Coaching den Vorteil, das er aus der Verantwortung für das Nichtgelingen eines Lösungsansatzes entlassen wird.In der Beratung weiß der Berater das, was der Klient nicht weiß. Der Klient schildert sein Problem, der Berater präsentiert eine Lösung. Diese Lösung entspricht oft dem Verständnis und Weltbild des Beraters. So gibt es sehr viele gute Beratungskonzepte, die nie in die Tat umgesetzt werden, oder scheitern, da sie letztendlich nicht auf den Klienten abgestimmt waren. Der Coach geht davon aus, dass der Klient die für ihn beste Lösung selber weiß bzw. entwickeln kann. Der Coach hilft dem Klienten bei dieser Entwicklung. Die Lösung des Problems, die durch ein Coaching entsteht, entspricht voll und ganz dem Klienten und ist für diese nach seinem Selbstverständnis umsetzbar. Hierdurch entwickelt sich eine besondere Motivation, welche die Umsetzung des angestrebten Zielerreichung möglicher und erfolgreicher macht. Für den Berater bringt Coaching den Vorteil, das er aus der Verantwortung für das Nichtgelingen eines Lösungsansatzes entlassen wird.

5. Voraussetzungen für die Tätigkeit als Coach
Die Benutzung der Bezeichnungen Coach und Coaching sind rechtlich nicht geschützt. Von daher kann sie von jedem benutzt werden. Jeder professionell arbeitende Berater sollte jedoch aus eigenem Interesse bemüht sein, sein Dienstleistungsangebot so weit wie möglich dem am Markt vorzufindenden Standards anzupassen. Das ein Steuerberater über betriebswirtschaftliche Kompetenz verfügt steht außer Frage jedoch mangelt es in der Regel an psychosozialen Fähigkeiten die für die Durchführung eines erfolgreichen Coachings notwendig sind. Diese können durch die Absolvierung einer Coaching-Ausbildung erworben werden. Am Markt sind unterschiedliche Ausbildungsinstitute mit unterschiedlichen Inhalten, Standards und Methoden vorzufinden. Es bleibt ihnen überlassen, für welchen Anbieter sie sich entscheiden, bzw. welche Inhalte und Methoden sie in ihrer künftigen Arbeit verwenden möchten. Im Jahr 2005 wurde erstmals ein Methoden-Coachingverband in Deutschland gegründet, der durch besondere Standards alle ihm angeschlossenen Ausbildungsanbieter verpflichtet eine Ausbildung nach einheitlichen Kriterien und Inhalten durchzuführen (Deutscher NLP-Coaching Verband).

6. Auftraggeber
Der Steuerberater wird in der Regel seine Coachingaufträge aus seinem bestehendem Mandantenstamm erhalten. Jedoch wird beobachtet, dass Menschen mit einem Coachinganliegen häufig auch eine fremde, unabhängige Person beauftragen, deren Auftrag sich ausschließlich auf eine bestimmte Problemstellung beschränkt. Weitere Coachingauftraggeber, können öffentliche und private Institutionen, wie z.B. die Arbeitsagentur sein.

7. Ausblick
Der Coachingmarkt befindet sich gegenwärtig im Aufbau. In den folgenden Jahren wird mit einer weiteren Expansion und mit einer größeren Nachfrage zu rechnen sein. Gleichzeitig sind Bestrebungen unterschiedlicher Berufs- und Coachingverbände im Gange, das Berufsbild „Coach“ weiter zu vereinheitlichen und Berufsstandards zu etablieren.Der traditionelle Beratungsberuf des Steuerberaters wird sich dieser Entwicklung nicht verschließen können. In unterschiedlichen Publikationen wird dem Berufstand der Steuerberater nahe gelegt, Coaching zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit in sein Leistungsportfolio aufzunehmen, um z.B. Veränderungsprozesse zu gestalten und in sozialen Systemen beratend tätig zu werden. Wie die eingangs beschriebene Entwicklung des Berufstandes zeigt, wird auch dieses Neuverständnis von Beratung für das sich ständig veränderte Berufsbild der Steuerberater keine unüberwindbare Hürde darstellen.


[1] Nach Christopher Rauen

Der vorleigende Artikel ist auszugsweise in der Zeitschrift “Betriebswirtschaftliche Mandantenbetreuung” des IWW-Instituts erschienen (Nr. 2 / Februar 2007, S. 30-32).


© 2024 - Dr. Hans Jürgen Groß - Schloßstr. 18  - 34212 Melsungen - 05 661 924 165 - hallo@drgross.info  
Zurück zum Seiteninhalt